Im westlichen Weinviertel

Vielfältige Trockenlebensräume zwischen Retz und Haugsdorf

Blick von den Retzer Trockenrasen auf die bewaldeten Ausläufer des Manhartsberges
Blick von den Retzer Trockenrasen auf die bewaldeten Ausläufer des Manhartsberges

Die bewaldeten Ausläufer des Manhartsberges westlich von Retz bilden die Grenze zwischen Wald- und Weinviertel und wirken sich massiv auf das Klima aus. Die atlantischen Fronten aus dem Westen steigen über der Böhmischen Masse auf und führen im Waldviertel zu reichlich Niederschlägen. Jenseits des Manhartsberges gleiten sie in das tiefer gelegene Weinviertel ab und erwärmen sich dabei. Die erwärmte Luft nimmt mehr Luftfeuchtigkeit auf und bedingt ein niederschlagsarmes Klima. So zählt die Gegend um Retz mit durchschnittlich 450 mm Jahresniederschlag zu den trockensten Gegenden Österreichs.


Wald- und Weinviertel unterscheiden sich aber auch geologisch: Während im Waldviertel saure Granite und Gneise der Böhmischen Masse anstehen, wird das Weinviertel von verschiedenen Lockersedimenten geprägt. Meist ist dies der karbonathältige Löß, ein Flugstaub, der während der Eiszeiten eingeblasen wurde. Östlich des Manhartsbergzuges erheben sich Gneise der Böhmischen Masse aus dem mit Löß bedeckten Umland. Auf diesen Hügeln sind oft silikatische Trockenrasen zu finden, etwa am Gollitsch, Mittelberg und Kalvarienberg bei Retz oder beim Heiligen Stein bei Mitterretzbach. Diese Trockenrasen beherbergen eine besonders artenreiche Pflanzen- und Tierwelt mit zahlreichen auf die trocken-warmen Bedingungen spezialisierten, stark gefährdeten Arten wie Sand-Strohblume oder Segelfalter.


Um die hohe biologische Vielfalt des Retzer Raumes zu bewahren, hat das Land Niederösterreich die Region rund um Retz als Landschaftsschutzgebiet und als Teil des Europaschutzgebietes „Westliches Weinviertel“ ausgewiesen. Damit gehört die Region zum europäischen Natura 2000-Schutzgebietsnetzwerk, das den Schutz besonders gefährdeter Tiere, Pflanzen und Lebensräume zum Ziel hat.

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Wegbeschreibung

Start- und Endpunkt: Bahnhof Retz; regelmäßige S-Bahn Verbindung von Wien, Radmitnahme möglich (www.oebb.at)
Länge: Gesamte Route: 36 km Variante vom Südmährerdenkmal in das Seebachtal: 28 km

Vom Bahnhof Retz führt die Radroute über den historischen Retzer Hauptplatz durch das Verderberhaus über die Windmühlgasse steil zur Retzer Windmühle mit den umgebenden Trockenrasen hinauf. Von dort genießen wir den Ausblick auf Retz und die Weinbaulandschaft und folgen dem Weg weiter nach Osten Richtung Hofern. Nach ca. 200 m biegen wir auf einer kleinen Trockenrasenkuppe nach rechts in einen asphaltierten Weg Richtung Altstadt ab, der hinunter ins Tal führt. Achtung: ein Teilstück ist sehr grob gepflastert!


Wir fahren ca. 100 m die Hauptstraße stadteinwärts und sodann auf der gegenüberliegenden Seite des Tales steil bergauf über den Weinlehrpfad auf den Altenberg. An Weingärten und Trockenrasen vorbei erreichen wir auf dem beschilderten Wünschelrouten-Radweg den „Heiligen Stein“, den höchsten, nahe der Staatsgrenze gelegenen Punkt der Radroute.
Entlang der Grenze bis zum Grenzübergang, dort rechts abbiegen und beim alten Zollhaus auf halbem Weg nach Mitterretzbach links über asphaltierte Wege nach Unterretzbach und weiter zum Südmährer Denkmal (Wünschelrouten- bzw. Chardonnay-Radweg).


Dort geradeaus weiter bis zur Bundesstraße, die wir überqueren. Wir fahren nach rechts ein Stück die alte Bundesstraße entlang und biegen vor dem Abhang ins Pulkautal auf einem asphaltierten Feldweg nach links und bei der nächsten Kreuzung nach rechts in die Haugsdorfer Kellergasse (Große Trift) ab, die steil bergab ins Pulkautal führt.

Am Ende der Kellergasse fahren wir nach rechts, nach der alten Bundesstraße wieder nach rechts und anschließend auf asphaltierten Güterwegen nach links bis zum Kreisverkehr, wo wir die Bundesstraße queren. Dann auf dem Chardonnay-Radweg zurück nach Retz.

Variante: Wer den Weg abkürzen will, biegt beim Südmährerdenkmal nach rechts ab und fährt hinab ins Seebachtal.

Fußweg Retzer Trockenrasen
Länge: ca. 4 km
Von der Windmühle zur Kümmerlkapelle, über den Hügel Gollitsch mit seinen ausgedehnten Trockenrasen und am Steinbruch vorbei nach Obernalb; im Dorf nach rechts und beim 2. asphaltierten Weg wieder schräg rechts abbiegen; über den Mittelbergweg zurück zur Windmühle.

Fußweg Haugsdorfer Hauerweg
Länge: ca. 2 km Vom oberen Ende der Großen Trift (Kellergasse) führt der beschilderte Weg durch das hügelige Gelände der reich strukturierten Weingartenlandschaft.

Ansprechpartner in der Region

Stadtgemeinde Retz
www.retz.at


Gemeinde Retzbach
www.retzbach.at


Gemeinde Haugsdorf
www.haugsdorf.at


Marktgemeinde Pernersdorf

www.pernersdorf.at