An der Lainsitz bei St. Martin

Freier Fluss und ursprüngliche Landschaft

Im Schatten des ehemaligen Eisernen Vorhanges ist entlang des Lainsitztals bei St. Martin eine ursprüngliche Landschaft mit einer vielfältigen Fauna und Flora erhalten geblieben. Kristallines Urgestein und saure Böden prägen die Landschaft. Immer wieder treten Granitformationen zu Tage: in Form von Restlingen verstreut in der Landschaft und als große Granitburgen an den Spitzen der zahlreichen bis über 1.000 m hohen Kuppen. Die großteils sandigen und flachgründigen Böden können Niederschläge nur schlecht speichern, so dass Bäche und Gräben in den oft tief eingeschnittenen Mulden das Wasser rasch zur Hauptwasserader Lainsitz abführen. Die periodischen Hochwässer prägen die Flussniederung mit ihren ausgedehnten Überschwemmungswiesen ebenso wie der weitgehend unbeeinflusste Fluss selbst.

Charakteristisch für die strukturreiche Kulturlandschaft ist die Kleinschlägigkeit der Flurformen. Im Zuge der Dorfgründungen im 11. und 12. Jhdt. teilte man das Land in schmale, möglichst gleichwertige Streifen. Groß angelegte Flurbereinigungen und Grundstückszusammenlegungen blieben dem Gebiet weitgehend erspart. Vielmehr setzen die Landwirte auf nachhaltige Entwicklung. So wirtschaften derzeit 2/3 der Bauern biologisch, verkaufen ihre Produkte „Ab Hof “ und kultivieren an die 400 alte Obstbaumsorten im Gemeindegebiet.

Direkt an die Kulturlandschaft anschließend bedecken ausgedehnte Wälder die Hänge und Kuppen. Sie sind Teil eines wenig erschlossenen Waldgürtels, der auf beiden Seiten der Grenze vom Böhmerwald bis nach Gmünd reicht. Flurbezeichnungen wie Wolfsberg, Bärenstein oder Hirschensteiner Berg zeugen von der Ursprünglichkeit der Landschaft. Der Waldreichtum war ab dem Jahr 1499 für die Ansiedelung großer Glashütten, Dampfsägen und einem Eisenwerk verantwortlich. Dem enormen Holzbedarf dieser Betriebe fielen in den nächsten 300 Jahren fast alle Mischwälder zum Opfer. Sie wurden meist durch monotone Fichtenforste ersetzt. Umso bedeutender sind die noch verbliebenen natürlichen, totholzreichen Buchenwälder mit den typischen Baumarten Rotbuche, Tanne, Bergahorn und Fichte, die vor allem in schwer zugänglichen Bereichen der intensiven Forstwirtschaft trotzen.

Das Zusammenspiel der drei zentralen Landschaftselemente naturnahe Fließgewässer, traditionelle, strukturreiche Kulturlandschaft und ursprüngliche Wälder ist der Schlüssel zur Außergewöhnlichkeit des Gebietes, das Teil des EU-weiten Natura 2000 Schutzgebietsnetzwerkes ist.

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Freier Fluss und ursprüngliche Landschaft

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Tafel 1

 

Tafel 2

Wegbeschreibung

Start- und Endpunkt: Harmanschlag Dorfplatz
Ein- und Ausstieg: Steinbach Schmalspurbahnhof; Optionale Rückroute laut Plan
Wegbeschreibung: Vom Dorfplatz vorbei an der Kirche die Straße für ca. 700 m bergab. Nach einer scharfen Rechtskurve zweigt links der Wanderweg Nr. 70 (rot-weiß-rote Markierung) ab. Nach einem steilen Stück bergab, stößt man auf die Straße von Steinbach nach Angelbach.

Hier zweigt die Wegvariante „Papiermühle“ ab: Man folgt der Straße Richtung Steinbach, biegt rechts ab und trifft dort auf die Wurzmühle, wo handgeschöpftes Hadern-Büttenpapier erzeugt wird (Führungen, Jausenstation). Der Straße folgt man Richtung Angelbach bis zur Stegmühle. Entlang dem Mühlbach und der Lainsitz gelangt man zur Siedlung „Eisenwerk“. Wir biegen rechts bergan und folgen der blauen Markierung des Nordwaldkammweges (Nr. 105).

Wegvariante „Edlau“: Bleiben wir nach einer scharfen Rechtsbiegung auf der Forststraße, gelangen wir nach Edlau (wunderschöner Ausblick ins Joachimstal). In Edlau bleiben wir auf dem Wanderweg Nr. 6. Wieder zurück am Hauptweg, folgen wir der blauen Markierung nach Friedental.

Abstecher „Warzenstein“: Weiter am Wanderweg Nr. 6 erreichen wir nach ca. 1,6 km das Naturdenkmal Warzenstein. In Friedental treffen wir auf einsame Häuser. Nach dem kurzen Fußsteig halten wir uns rechts (Nr. 74) und biegen nach wenigen Metern wieder rechts in den Wanderweg Nr. 76. Vorbei an den Schiliften und bergab Richtung Dorfzentrum, erreichen wir den Ausgangspunkt.

Start vom Schmalspurbahnhof in Steinbach: Wir gehen entlang der Lainsitz flussab auf dem Wanderweg Nr. 75 und queren die Flussniederung. Nach den letzten Häusern und einer scharfen Rechtskurve biegen wir links in den unmarkierten Feldweg. Wir wandern bis zur Straße nach Angelbach, der wir für ca. 1 km bis zum Hauptweg folgen.

Rückweg nach Steinbach: Ab Breitenberg zurück über den Wanderweg Nr. 70 und 84 entlang der Lainsitz.

Gehzeit:
Gesamter Weg: 9 km (ca. 3 h)
Wegvariante Edlau: 1,6 km (ca. 30 min)
Wegvariante Papiermühle: 1,5 km (ca. 30 min)
Einstieg Steinbach: 2,8 km (ca. 1 h) Rückweg Steinbach: 2,4 km (ca. 45 min)
Naturdenkmal Warzenstein: Eine Richtung 1,6 km (ca. 30 min)

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Postbus Linien 1332/1362/1364/1941/2084
www.postbus.at

Waldviertelbus WA41 (werktags)
www.waldviertel-linie.at

Schmalspurbahn (MI/SA/SO/Feiertag)
Bus Linie 1364 (SA/SO/Feiertag)
www.waldviertlerbahn.at

Ansprechpartner in der Region

Gemeinde St. Martin
www.st-martin.eu

Dorferneuerungs- und Fremdenverkehrsverein Harmanschlag www.harmanschlag.com

Radrouten in der Umgebung
www.radland.at

Papiermühle Mörzinger Führungen/Jausenstation 

www.papiermuehle.at