Der March-Thaya-Zwickel

Wilde Au und weite Wiesen

Rabensburger Thaya-Auen
Rabensburger Thaya-Auen

Am Zusammenfluss der beiden Tieflandflüsse March und Thaya liegt eines der spannendsten und abwechslungsreichsten Feuchtgebiete Mitteleuropas. In den March-Thaya-Auen wurde im Zusammenspiel der Flüsse March und Thaya mit der menschlichen Landnutzung eine einzigartige Landschaft geschaffen. Ein unmittelbares Nebeneinander von ungezähmter Natur und reicher Kulturlandschaft scheint – zumindest auf den ersten Blick – kein Widerspruch zu sein. Als fließende Grenze zwischen Österreich, der Slowakei und Tschechien haben March und Thaya ein breites Band wertvoller Aulandschaften und ausgedehnter Überschwemmungsflächen geschaffen. Heute schützen Hochwasserschutzdämme das angrenzende Siedlungs- und Ackerland; vor allem zur Zeit der Frühjahrshochwässer wird aber immer noch die gewaltige Kraft der Flüsse sichtbar, wenn große Teile des Auengebietes der Marchniederung überschwemmt sind.

Der Einfluss des Menschen auf die Landschaft begann bereits in der Jungsteinzeit, als damit begonnen wurde, den Wald zu roden. Ab dem 11. Jahrhundert wurden zahlreiche Siedlungen gegründet. Die damalige Landnutzung richtete sich nach den naturräumlichen Gegebenheiten: Der Überschwemmungsbereich blieb von Auwäldern bewachsen, die vom Grundwasser beeinflussten Böden wurden als Wiesen genutzt. Erst in den 1960er Jahren gab es durch die Flussregulierung und die Industrialisierung der Landwirtschaft tief greifende Veränderungen. Die ehemals ausgedehnten Wiesengebiete wichen in weiten Bereichen intensiv genutzten Ackerflächen.

Als eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Mitteleuropas genießen die March-Thaya-Auen seit 2007 als trilaterales Ramsar-Gebiet eine besondere internationale Auszeichnung. Das Land Niederösterreich hat seinen Anteil als Europaschutzgebiet „March-Thaya-Auen“ in das Natura 2000-Schutzgebietsnetzwerk eingebracht, zu dem auch die tschechischen und slowakischen Teile der Aulandschaft gehören. Die Feuchtwiesen der Rabensburger Thaya Auen stehen als Naturschutzgebiet unter besonderem Schutz. Und auch jenseits der Grenzen bestehen zusätzliche nationale Schutzgebiete. Doch mit der Unterschutzstellung ist es nicht getan! Pflege- und Managementmaßnahmen sind nötig, um die wertvollen Lebensräume auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

Folder "Der March-Thaya-Zwickel"

 

Wilde Au und weite Wiesen im Dreiländerek

GPS-Daten für Google Earth

 

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Tafel 1

 

Tafel 2

Wegbeschreibung

Karte (für Druckversion anklicken)
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Start- und Endpunkt:
Hohenau, Rad-Info-Treff

 

Vom Rad-Info-Treff im Zentrum von Hohenau fährt man Richtung Kellerberg und folgt dann der Radroute 914 entlang der Bahn nach Rabensburg. Dort empfiehlt sich ein kurzer Abstecher in das Naturschutzgebiet Rabensburger Thaya-Auen: nach dem Bahnhof Querung der Bahn, weiter Richtung Zentrum und dann Richtung Sportplatz-Erlebnisbad-Infozentrum, wo der neu eröffnete „Au-Erlebnis-Weg“ startet. Diesem kann man mit dem Rad bis zum Hochwasserschutzdamm am Rand des Naturschutzgebietes folgen.

Zurück auf der Radroute 914 geht es entlang der Bahn weiter Richtung Norden. Nahe der Bernhardsthaler Tumuli (Grabhügel) führt diese ein kurzes Stück entlang der Bundesstraße. Ab der Abzweigung beim Tobeschkreuz am Bernhardsthaler Teich folgt man der Liechtenstein-Radroute Richtung Zollhaus und weiter durch den Auwald über die Grenze nach Tsche- chien. Nun folgt man der Radroute 42. Nach der Überquerung der Thaya führt diese ins Gebiet des Soutok und weiter zum Jagdschloss Pohansko. Ab hier folgt man der Radroute 43 Richtung Lanzhot. Nach ca. 1,5 km führt ein lohnenswerter Abstecher in den Soutok. Über Lany und Doubravka kann man auf Forstwegen die romantische Aulandschaft des Soutok durchqueren. Hat man sich jedoch für die ausgeschilderte Radroute 43 über das Städtchen Lanzhot entschieden, folgt man ab der Kirche der Radroute 44, die ein Stück durch den Auwald und dann entlang der Autobahn bis zur Slowakischen Grenze nahe Brodské führt. Nach der Überquerung der March folgen wir dem Iron Curtain Greenway entlang des Schutzdammes nach Süden. Ein Abstecher zum Zusammenfluss von March und Thaya nahe der österreichischen Grenze ist eben- falls empfehlenswert. Zuletzt folgt man der March-Panorama- Radroute Richtung Westen. Am Grenzübergang Hohenau führt eine Brücke über die March zurück nach Niederüsterreich. Ein Besuch bei der Vogelberingungsstation in Hohenau / Ringelsdorf rundet den Tag ab.

 

Anreise:
Mit der Bahn nach Hohenau; Fahrradmitnahme begrenzt möglich. Alternativ auch nach Rabensburg, Bernhardsthal, Lanzhot oder Brodské. www.oebb.at

Radwege in der Region:
KTM-Radweg, Euro Velo 9 March-Panorama Radweg www.weinviertel.at Greenway Prag-Wien

Fahrzeit:
ca. 5 Stunden (rund 45 km)

Wichtig:

Gültiger Reisepass und Schutzhelm (in der Slowakei verpflichtend). Im tschechischen Soutok ist das Radfahren abseits der Forstwege verboten. Das Befahren der Wegvarianten und Abstecher abseits beschilderter Radrouten erfolgt auf eigene Gefahr. Bei Hochwasser können Abschnitte des Natura Trails nicht benutzbar sein.
 

Ansprechpartner in der Region

Regionalverband March-Thaya-Auen (bietet auch Infos zu Übernachtungsmöglichkeiten)

Tel: 02535 31161

www.marchthayaauen.at

Regionalverband Weinviertler Dreiländereck

Tel.: 02552 20444

www.tiscover.at/weinviertler.dreilaendereck

 

Gemeinde Hohenau a. d. March

Tel.: 02535 2307

www.hohenau.at

 

Gemeinde Rabensburg

Tel: 02535 2400

www.rabensburg.at


Gemeinde Bernhardsthal

Tel: 02557 8800-12

www.bernhardsthal.gv.at


Verein Auring

Tel: 0664 9418881

www.auring.at